Wer Akkordeon und Tuba ausschliesslich mit bayerischer Volksmusik assoziiert hat offensichtlich noch nie GURDAN THOMAS gehört:
Diese äußerst liebenswürdige, chaotische sechsköpfige Band webt ihre Songs um zappaeske Texte, malt Arrangements quer über eine eigene, musikalische Landschaft.
In allen Farbnuancen von Stimme, Charango, Akkordeon, Ukulele, Tuba, Trompete, Klavier und Percussion. Und mit großem Erfindungsreichtum.
Dabei bleiben sie immer GURDAN THOMAS – ein bisschen verrückt, innovativ, überschäumend echt und frei in ihrem hochenergetischen, akustischen Klanggebilde. In stillen Momenten klingen sie verletzlich und herzzerreißend zerbrechlich, dann ziehen sie ihre Zuhörer wieder hinein in einen Strudel ansteckender Tanzrhythmen. Man fühlt sich erinnert an Beirut, Ben Folds, The Band, Bonnie ‘Prince’ Billy, Andrew Bird, Colin McIntyre und The Divine Comedy.

Und trotzdem: GURDAN THOMAS sind, vor allem anderen und mit Nachdruck: sie selbst.
GURDAN THOMAS haben die Kunst raus, wunderschön eingängige Popsongs zu zaubern, die immer mit einem gewissen Kniff ausgestattet sind. Mal ist das die Melodie, die ungewöhnlich und ein bisschen sperrig anfängt, sich dann aber zu einem epischen Ohrwurm aufschraubt. Mal sind es kleine, feine Spielereien im Arrangement. Eine zirpende Gitarrensaite, ein leicht versetztes Stampfen der Tuba, ein volltönender Bläsersatz, der gleich wieder verschwindet, um einem luftigen, leichten Gitarrenriff Platz zu machen. Dazwischen gibt das Akkordeon eine zusätzliche Farbe. Stimmen schweben, krächzen, harmonieren, geben sich Tiefe, geben sich Leichtigkeit.

Gut, dass man heute nicht mehr für alles einen Stempel braucht. GURDAN THOMAS ist nicht Folk, nicht Pop, nicht Weltmusik. Egal, ob es gerade ein stampfender Balkan-Rhythmus ist oder ein leichter Walzer, eine wundervoll verschwurbelte Popnummer oder ein Chanson, ein treibendes Tanzlied oder ein sich hymnisch steigernder Folksong. GURDAN THOMAS macht liebevollst arrangierte Kunst, verspielt und anarchisch. Musik mit Verstand, aber vor allem: Herz. Die Band besteht aus einem echten Engländer, Gurdan Besrywan Thomas (Gesang, Gitarre, Ukulele, Klavier, Trompete) und einem Potpourri aus internationalen Musikern, die der Bandleader während seiner musikalischen und geografischen Entdeckungsreisen gefunden hat: Sandra Hollstein (Akkordeon, Gesang, Melodika), Andreas Knapp (Tuba), Michael Hohm (Ukulele, Gesang, Charango, Trompete, Horn, Melodika, Obertongesang), Janine Schmidt (Schlagzeug) und Carles Camós (Keyboard, E-Bass).